Am Samstag Abend kommt es im Weser Stadion zum Duell der Kellerkinder. Der Letzte trifft auf den 14. Die Borussia ist nach dem absolut verdienten Heimsieg letzte Woche gegen Hoffenheim wieder gut im Geschäft und liegt nur noch drei Zähler hinter dem Platz der zur Relegation berechtigt. Die Fohlen konnten unter ihrem neuen Übungsleiter bisher zwei Siege feiern und wollen auch an der Weser etwas Zählbares mitnehmen.
Hiobsbotschaft unter der Woche
Unter der Woche kam aber erst einmal wieder ein erneuter Rückschlag für die Borussen. Igor de Camargo, derzeit bester Torschütze, hat sich im Training verletzt und das Innenband gedehnt. Er musste auf einem Materialwagen in die Kabine gebracht werden und kam auf Krücken wieder heraus.
Anschließend fuhr er zum Mannschaftsarzt, der die Diagnose stellte. Mindestens vier Wochen werden die Gladbacher im Abstiegskampf auf den Belgier verzichten müssen. Nicht ausgeschlossen, dass es vielleicht gar noch etwas länger dauert.
Ausgerechnet de Camargo erwischte es wieder. In der bisherigen Spielzeit konnte er aufgrund diverser Blessuren lediglich 18 Spiele bestreiten. In diesen 18 Spielen allerdings markierte er sieben Treffer und leitete zwei weitere ein. Er und Marco Reus harmonierten auf dem Platz die letzten Wochen richtig gut miteinander und waren ein ständiger Gefahrenherd. Nun ist Favre wieder gezwungen in der Offensive umzustellen.
Idrissou wohl für de Camargo
Dabei bieten sich dem Schweizer mit Hanke und Idrissou zwei Optionen. Allerdings ist davon auszugehen, dass wohl eher Mo Idrissou den Vorzug erhalten wird, da er einfach technisch versierter und schneller ist als Mike Hanke. Zudem bevorzugt unser Trainer ein schnelles Spiel in die Spitze. Und dafür ist Mike Hanke nur bedingt geeignet als ausgewiesener Straufraumstürmer.
Auch ist das Spiel mit Idrissou wohl etwas variabler und weniger berechenbar, da er auch auf den Flügel ausweichen und somit mit Reus rochieren kann.
Nordtveit meldet sich fit
Wieder fit und im Kader wird Havard Nordtveit sein. Der Norweger hat seine Grippe auskuriert und meldete sich am Donnerstag einsatzbereit für den nächsten Gipfel im Abstiegskampf. Da der Wikinger bisher stets einer der besten Borussen war wird er wohl, sofern er wirklich 100% fit ist, auch spielen. Sollte das System aus der Vorwoche bestand haben, so könnte Thorben Marx auf die Bank verdrängt werden.
Er machte kein schlechtes Spiel gegen die TSG aber Nordtveit ist technisch beschlagener, antrittsschneller als Marx und kann ein Spiel durch seine Pässe gut von hinten heraus öffnen.
Ebenfalls auf der Bank sitzen dürfte auch Vize-Kapitän Tobias Levels, der auch schon beim Heimsieg gegen Hoffenheim von Tony Jantschke vertreten wurde. Dieser hat seine Sache eigentlich ganz ordentlich gemacht und so gibt es keinen ersichtlichen Grund ihn aus dem Team zu nehmen.
Auflaufen wird auch der Brasilianer Dante. Nach seinem Nasenbeinbruch beim letzten Heimspiel trainierte er die Woche über mit einer Spezialmaske und will seiner Mannschaft unbedingt helfen die nötigen Zähler für den Klassenerhalt einzufahren.
Bremer Aufwärtstrend
Die Werderaner ihrerseits haben vorallem in der Partie gegen Leverkusen Selbstvertrauen getankt als man kurz vor Spielende gegen die Werkself noch einen Punkt ergattern konnte. Letzte Woche haben die Bremer immerhin beim SC Freiburg gewonnen, der in dieser Saison getrost zu den Überraschungen gezählt werden darf.
Das sollte bei den Bremern für mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gesorgt haben, was die Sache für uns natürlich nicht einfacher macht. Wiedersehen werden die Borussen einen alten Bekannten am Samstag Abend.
Marko Marin trug maßgeblich zum Sieg der Bremer bei nach seiner Einwechslung. Er bereitete einen Treffer vor und setzte selbst den Schlusspunkt beim dreifachen Punktgewinn im Breisgau. Gut möglich,dass Thomas Schaaf ihn daher beginnen lässt.
Spielen wie gegen Hoffenheim
Es muss vor allem im Mittelfeld wieder die selbe Laufbereitschaft an den Tag gelegt werden wie die Woche zuvor. Marin ist mit seinen schnellen Dribblings immer für eine gefährliche Aktion gut und das Claudio Pizarro weiß wo das Tor steht sollte sich herumgesprochen haben.
Daher sollten möglichst im Mittelfeld die Räume zugestellt werden um den Bremern kaum Möglichkeiten zu geben ihre Offensivspieler in Szene zu setzen. Gefragt ist hier das gesamte Mittelfeld und es bleibt zu hoffen das auch Juan Arango weiterhin sich defensiv so einbringt wie die letzten Spiele und dadurch die Abwehrspieler entlastet.
Statistik
Die Statistik gegen die Bremer ist alles in allem ausgleichen. 33 Siegen stehen 37 Niederlagen gegenüber. Allerdings schaut man besser nicht auf unsere Bilanz bei Auswärtsspielen. Denn an der Weser hagelte es satte 26 Niederlagen bei nur 7 eigenen Erfolgen. Zudem setzte es auch in der Hinserie im heimischen Park eine herbe 1:4 Niederlage gegen die Hanseaten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber ein Spiel an der Weser. Es war eines der ersten Spiele von unserem belgischen Torhüter der an diesem Tag einfach alles hielt was auf seinen Kasten kam und mit unglaublichen Paraden die Gastgeber schier zur Verzweiflung trieb. Das Spiel endete damals 1:1 Unentschieden und schlussendlich konnte sich die Borussia retten und den Klassenerhalt feiern.
Es wird Zeit unsere schwache Auswärtsbilanz aufzubessern und eine Serie zu starten. Der Zeitpunkt dafür wäre jetzt ideal. Außerdem konnte die Borussia in dieser Spielzeit schon vier Siege auf gegnerischem Platz feiern. Das macht Mut!

