• Die “letzte Chance” ?

    Am morgigen Sonntag kommt es im Mönchengladbach zum Derby gegen den rheinischen Rivalen aus der Domstadt. Oder anders ausgedrückt: Heimschwäche trifft Auswärtsschwäche. Wie so oft in den letzten Wochen sind drei Punkte eigentlich Pflicht, will man sich tatsächlich noch Hoffnungen machen die Klasse halten zu können. Und wie bei allen Spielen in den letzten Woche scheint auch dieses Spiel wieder die “letzte Chance” zu sein. Denn Fakt ist, dass das Restprogramm für die Borussen nicht einfacher wird mit Gegnern wie dem BVB oder dem HSV.

     

    Sieg ist Pflicht

    Die Borussen haben zuletzt zwei Niederlagen in Folge einstecken müssen. War das Spiel gegen den FCK noch wirklich schwach, so war bei den Bayern zumindest dies betreffend ein Fortschritt erkennbar. Leider wurde dies einmal mehr nicht in Punkte umgemünzt und so verharren die Borussen weiterhin auf dem letzten Platz. Es wirkt umso bitterer, da vermutlich selten in den letzten Jahren die Chance so groß war etwas aus München mitzunehmen.

     

    Gegen den Erzrivalen aus Köln zählen nur drei Punkte. Sollte man erneut zu Hause das Nachsehen haben, so wird es noch dunkler über dem Borussia-Park. Die Kölner haben vorgemacht wie man sich aus dem ganzen Schlamassel heraus ziehen kann. Mit sieben Heimsiegen in Folge haben sie sich wohl schon frühzeitig aller Abstiegssorgen entledigt.

     

    Eine Frage der Ehre

    Besonders in unserer Situation hat das Derby natürlich einen besonderen Charakter. Ich denke, dass kein Fan der Borussia miterleben möchte wie ausgerechnet der Rivale uns im eigenen Stadion Richtung 2. Liga befördert. Es wäre eine große Genugtuung für den FC auf die man allerdings gerne verzichten würde aus Borussen-Sicht. Denn auch bei den Gästen wird noch der Gedanke an das letzte Derby präsent sein als man mit 0:4 gegen die Elf vom Niederrhein den Kürzeren zog.

     

    Gute Ansätze in München

    Was ein wenig Mut macht ist die Tatsache das die Borussia letzte Woche eigentlich ein gutes Spiel abgeliefert hatte. Lediglich der Ertrag stimmte nicht. Defensiv ließ man gegen die Bayern nicht allzu viel anbrennen und stand im Großen und Ganzen ziemlich solide gestaffelt ohne zu große Räume zu bieten. Auch gegen die Gäste gilt es zunächst einmal die Balance zu finden zwischen Offensive und Defensive. Denn die beiden Kölner Angreifer Podolski und Novakovic präsentierten sich in letzter Zeit äußerst treffsicher und haben bereits je 12 Saisontore erzielt.

     

    Allerdings müssen die Hausherren natürlich im Spiel nach vorne mutiger auftreten als zuletzt in München oder beim Heimspiel gegen Kaiserslautern. Insbesondere beim Spiel gegen die Pfälzer wirkten die Gladbacher überfordert mit der Situation und zu verkrampft. Vermutlich wird es ein Geduldsspiel werden für die Borussen.

     

    Man selbst wird wohl kaum von Anfang an alles auf eine Karte setzen wollen und die Kölner könnten sich aufgrund ihrer extremen Auswärtsschwäche zunächst einmal auf die Defensive besinnen. Wichtig wird es sein einen kühlen Kopf zu behalten und die Konzentration hoch zu halten. Wie eine alte Fußballer-Weisheit schon sagte haben Derbys ihre eigenen Gesetze.

     

    Ohne de Camargo

    Mit Igor de Camargo fällt der beste Torschütze der Borussia weiterhin aus. Der Belgier stieg mittlerweile zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, jedoch käme ein Einsatz für ihn noch zu früh. Lucien Favre selbst gab wie immer wenig Auskunft über das Personal das am Sonntag den wichtigen Dreier einfahren soll. Somit sind den Spekulationen Tür und Tor geöffnet.

     

    Mögliche Baustellen gäbe es wohl auf zwei Positionen. Zum Einen im Sturmzentrum wo sich letzte Woche Mike Hanke versuchen durfte. Mit ihm hat Favre eher einen Spieler der den Ball halten und warten kann bis andere nachgerückt sind. Zudem verfügt Hanke nicht über eine hohe Schnelligkeit und kann wohl eher als “Strafraumstürmer” bezeichnet werden. Es fällt allerdings schwer sein Spiel gegen die Münchner einzuordnen, da er kaum verwertbare Bälle erhielt.

     

    Eine der größten Chancen hatte in München der eingewechselte Idrissou als er Kraft mit einem Seitfallzieher anschoss. Idrissou wäre daher wohl auch erste Alternative zu Hanke. Allerdings weicht er auch gerne auf die Flügel aus wodurch im Zentrum ein Vakuum entstehen könnte.

     

    Fragezeichen im Tor

    Die nächste, größere Baustelle tut sich im Tor auf. Logan Bailly wurde zwar von Favre ins Tor zurück beordert wirkte aber auch in München in einigen Szenen nicht ganz souverän und hatte Glück das der Schiedsrichter keinen Elfmeter pfiff bei seinem Ausflug gegen Robben. In den Medien wurde bereits darüber spekuliert, dass Favre eigentlich vor hatte ter Stegen zur Nummer 1 zu machen. Dieser verletzte sich allerdings in der ersten Trainingswoche unter dem neuen Trainer und war seither nicht einsatzbereit.

     

    Zwar stärkte der Schweizer Bailly sogar nach seinem Fehler gegen Lautern den Rücken, hielt sich aber bedeckt mit Antworten auf die Frage wer denn im Tor stehen werde. Christofer Heimeroth scheint unter Favre keine Chance mehr zu erhalten und daher hätte der Fußballlehrer als verbleibende Alternative den jungen ter Stegen. Im Falle des Abstiegs wird er wohl die neue Nummer 1 werden. Aber es ist gut möglich, dass es bereits im Derby zu einer Art Wachablösung kommen könnte.

     

     



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