Nach der ernüchternden Heimpleite gegen Kaiserslautern vor rund zwei Wochen geht der Spielbetrieb für die Borussen am Samstag weiter. Der Gegner ist kein geringerer als der Rekordmeister FC Bayern. Die Münchener konnten sich in ihrem letzten Spiel mit 1:2 gegen die Freiburger durchsetzen und belegen momentan Rang 4 in der Tabelle.
Wer steht im Tor?
Das dürfte nach dem krassen Fehler von Logan Bailly die wohl interessanteste Frage darstellen. Favre stärkte dem Belgier zwar unmittelbar nach dem Spiel den Rücken, aber wer weiß was das zu bedeuten hat. Zuletzt sagte er nur “Ich habe eine Entscheidung getroffen”.
Wie die aussehen wird, wird sich zeigen am Samstag. Vorerst raus aus der Entscheidung um die Position im Tor, zumindest an diesem Spieltag, ist Nachwuchskeeper ter-Stegen. Nach seinem Muskelfaserriss stieg er erst kürzlich wieder ins Training ein und soll am Wochenende vorerst den Kasten der zweiten Mannschaft sauber halten. Möglich wäre aber auch eine erneute Rückkehr von Chirstofer Heimeroth.
Fragezeichen hinter Jantschke
Fraglich ist auch ob Tony Jantschke auflaufen kann. Dieser wird zur Zeit von Problemen an der Achilessehne geplagt wird aber wahrscheinlich zumindest als Einwechselspieler mitfahren können. Sollte er ausfallen, so rückt wohl Vize-Kapitän Tobias Levels wieder in die Startformation. Verzichten müssen die Borussen weiterhin auf Top-Torjäger Igor de Camargo.
Der Belgier befindet sich nach seiner Verletzung immerhin wieder im Training und konnte erste Übungen absolvieren. Ebenfalls fraglich ist das Mitwirken des Algeriers Karim Matmour. Der Afrikaner leidet aktuell an einem grippalen Infekt.
In den letzten Tagen wurde noch eine weitere traurige Nachricht aus Sicht der Borussen publik. Jean-Sébastien Jaurès wird seine Karriere beenden müssen. Der Franzose wird bereits seit langer Zeit immer wieder von Verletzungen zurück geworfen und wird somit seine Laufbahn beenden müssen. Alles Gute für die Zukunft!
“Intelligent verteidigen”
Dieses Motto gab Trainer Lucien Favre unter der Woche als Marschroute vor. Man müsse unbedingt “intelligent verteidigen” aber nicht zu tief stehen so lautet die Vorgabe. Die Theorie dahinter ist einleuchtend. Allerdings ist fraglich ob dies wirklich so “einfach” umsetzbar ist. Die Münchener haben in ihren letzten vier Heimspielen stolze 16 Treffer erzielt und verfügen über eine Offensive die in Deutschland seines gleichen sucht.
Besonders für die Außenverteidiger werden einen schweren Stand haben. Denn neben Ribéry wird auf dem anderen Flügel der wiedergenesene Holländer Arjen Robben auflaufen. Die Dortmunder haben vor einigen Wochen eindrucksvoll aufgezeigt wie man den Aktionsradius der Flügelspieler zumindest einschränken kann.
Denn ganz auszuschalten sind die beiden Tempodribbler wohl kaum. Der BVB hat konsequent beide Spieler doppeln lassen um ihnen keinen Raum zu bieten und um den ballführenden Spieler noch mehr unter Druck setzen können. Wie die Borussia das Unterfangen angehen wird, das wird sich zeigen. Das Konzept das Tabellenführers ging auf und von Robben und Ribéry ging so gut wie keine Gefahr aus.
Und natürlich haben die Gastgeber in Mario Gómez auch noch den aktuell Führenden der Torjägerliste in ihren Reihen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt dieser nun immer besser zurecht bei den Münchnern und hat in dieser Spielzeit schon 19x eingenetzt
Bayern verwundbar
Allerdings offenbarten die Bayern in dieser Saison zahlreiche Schwächen in der Abwehr und wirkten auch zuletzt nicht immer ganz sattelfest. Deutlich wurde dies vor allem im Champion-League Spiel gegen Inter Mailand. Die Borussen täten gut daran, wie von Favre angekündigt, nicht zu tief zu stehen. Denn wenn die Münchner einen Gegner einschnüren, dann kassiert man auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Gegentreffer.
Ein weiterer wichtiger Punkt wird das Passspiel sein bzw. der Spielaufbau. Gegen Kaiserslautern versuchten es die Borussen oft mit direkten Pässen. Allerdings führten diese Bälle überaus selten zu gefährlichen Aktionen und landetet zu oft in den Füßen der Gegenspieler. Gerade gegen einen Gegner wie den deutschen Rekordmeister könnte so etwas tödlich enden. Daher sollte im Aufbauspiel viel Wert auf Präzision gelegt werden.
Des weiteren hat man als Tabellenschlusslicht beim Krösus der Bundesliga nun wirklich nichts zu verlieren und könnte auch etwas mutiger spielen und versuchen die Abwehr des FC Bayern zu beschäftigen. In der Innenverteidigung der Hausherren werden wohl van Buyten und Badstuber beginnen die im Vergleich zu Reus und Idrissou Schnelligkeitsdefizite besitzen. Hier könnte sich eine Möglichkeit auftun für die Borussen bei schnellem Umschalten.
1 aus 41
Was wie eine neue Variante des Lotto klingt ist erschreckenderweise unsere Bilanz in München. Bei insgesamt 41 Anläufen sprang lediglich ein einziger Sieg in der bayrischen Landeshauptstadt heraus. Erfahrungsgemäß gab es dort also bis jetzt wenig zu holen. Der einzige Sieg datiert aus der Spielzeit 1995/1996 als man mit 1:2 als Sieger vom Platz ging.
Insgesamt kassierte man sage und schreibe 111 Gegentore in München in Verbindung mit 32 Niederlagen. Beides bedeutet Vereins-Negativrekord. Wenn die Borussen sich aber auch nach diesem Spieltag noch Hoffnungen machen möchten auf den Klassenverbleib, dann sollte man unter keinen Umständen verlieren.
Das Hinspiel hat jedoch gezeigt, dass auch gegen den amtierenden Titelträger etwas zu holen ist. Seinerzeit trennte man sich in einem spektakulären Spiel, das man bis kurz vor Schluss mit 3:2 anführte, schlussendlich mit 3:3.

