Nachdem die Borussen letzte Woche in Bremen gegen einen direkten Konkurrenten immerhin punkten konnten, geht es am Freitag in das nächste Abstiegsspiel. Der 1.FC Kaiserlautern gastiert am Freitag Abend in Gladbach. Die Pfälzer konnten am letzten Spieltag kurz vor Spielende noch einen wichtigen Sieg landen und drei weitere Punkte verbuchen, als man zu Hause den Sportclub aus Freiburg mit 2:1 besiegte. Die Gäste weisen zur Zeit 28 Punkte auf, die Borussen 23.
Heimserie fortführen
Lange, lange Zeit war man sieglos auf eigenem Platz. Doch mit Trainer Favre konnten die letzten beiden Heimspiele erfolgreich gestaltet werden. Dem Sieg gegen Schalke folgte vor zwei Wochen ein weiterer Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim. Vor allem im Abstiegskampf ist es wichtig zu Hause die nötigen Punkte einzufahren.
Damit wurde nun endlich begonnen und in der Rückrunde konnte man bislang schon auf einige direkte Konkurrenten den Abstand verkürzen. Auf die Pfälzer wurde der Abstand in den bisherigen Rückrundenspielen um sechs Zähler verringert.
Anders Auftreten
Um in diesem wichtigen Spiel aber erfolgreich zu sein, muss sich einiges ändern gegenüber der Vorwoche. Denn in Bremen konnte man sich bei Torhüter Logan Bailly bedanken, dass man überhaupt solange im Spiel blieb.
Und natürlich beim Aluminium das auch dazu beitrug. Natürlich verfügen die Bremer über eine ganz andere Qualität als Teams wie Kaiserslautern, aber auch gegen die Werderaner kam man kaum ins Spiel. Das Aufbauspiel war nicht gut organisiert und in der Vorwärtsbewegung wurden viele Bälle hergeschenkt.
Dazu stimmte es auch im Defensivverbund nicht wenn man sich anschaut wieviele Chancen sich die Norddeutschen heraus spielten. Auffällig war auch, dass man in den Zweikämpfen fast pausenlos das Nachsehen hatte und Bailly sich oft auszeichnen musste.
Kapitän Daems fraglich
Aufgrund einer Grippe ist der Belgier und Kapitän Filip Daems fraglich. Ob er eingesetzt werden kann, wird sich aller Voraussicht nach kurzfristig entscheiden. Problematisch wird das Ganze dadurch, da auch sein eigentlicher Stellvertreter, Jens Wissing, wohl auszufallen droht. Das würde vermutlich Sebastian Schachten auf den Plan rufen, der beide Außenbahnen bekleiden kann.
Allerdings hofft Lucien Favre noch immer auf Daems’ Einsatz und noch ist nicht sicher ob er tatsächlich ausfällt. Es wäre zumindest ein kleiner Verlust, da sich allen voran der Kapitän unter Lucien Favre wesentlich stabiler zeigte und auch die ein oder andere gelungene Aktion in der Offensive vorzuweisen hatte.
Wohl wieder zurückkehren in die Startformation wird der Norweger Nordtveit. Nach überstandener Grippe saß er gegen die Bremer zunächst nur auf der Bank, ersetzte aber in der Halbzeitpause den schwachen Marx. Mit Nordtveit erhielt das Spiel der Borussen mehr Struktur und wirkte verbessert. Daher ist davon auszugehen, dass er wohl Thorben Marx aus der ersten Elf verdrängen wird.
Ansonsten wird wohl alles bleiben wie beim Gastspiel letzte Woche. Der noch verletzte de Camargo wird aller Voraussicht nach wieder von Mo Idrissou im Sturmzentrum ersetzt. Rechts in der Viererkette wird es auch unverändert bleiben und Tony Jantschke wird wieder beginnen dürfen. Bei den Gästen wird der zuletzt verletzte und unglücklich agierende Srdjan Lakic in den Kader zurückkehren. Womöglich sogar in die Startformation.
Favre warnt
Favre hat unterdessen die Stärken der Pfälzer ausfindig gemacht und warnte insbesondere vor ihrer Zweikampfstärke und ihrem Konterspiel. Er sprach davon “die richtige Balance zu finden”. Dies könnte bedeuten, dass man das Heimspiel ebenso angeht wie die letzten Heimspiele die man jeweils gewann.
Auch bei diesen Spielen sprach der Coach davon, dass man zwar gewinnen wolle, aber keinesfalls Harakiri spielen werde. Es könnte sich somit zu einem echten Geduldsspiel entwickeln am Freitag Abend.
Spannendes Wochenende
Das Wochenende hält gerade im Abstiegskampf einiges parat. Es wird an diesem Spieltag zwei Spiele geben mit direkten Konkurrenten, die sich daher wohl gegenseitig die Punkte nehmen könnten. Umso dringlicher ist ein eigener Erfolg. Natürlich sollte man erst einmal auf sich selbst schauen. Doch solche Spieltage bieten eine ideale Möglichkeit den Abstand zu verkürzen. Am Samstag gastiert beispielsweise der FC St.Pauli (16.) bei der Eintracht aus Frankfurt (15.). Ehe am Sonntag das nächste Abstiegsspiel wartet wenn der VfB Stuttgart (13.) den VfL Wolfsburg (17.) empfängt.
Sofern man die eigene Aufgabe, die schwierig genug ist mit den Pfälzern, bewältigt, könnte man ein großer Profiteur des Spieltages werden. Andererseits ist der Grat sehr schmal. Denn bei einer eigenen Niederlage und Siegen von Wolfsburg und St.Pauli könnte der Abstand wieder anwachsen.
Statistik
Das Hinspiel in Kaiserslautern verlor man mit 3:0. Immer noch im Gedächtnis habe ich die Riesenchance von Idrissou der den Ball am leeren Tor vorbeischiebt. Aber: Gegen kein anderes Team fuhr die Elf vom Niederrhein mehr Heimsiege ein als gegen die Pfälzer (24). Lediglich fünf Spiele gingen auf heimischem Grund verloren. In den letzten elf Ligaspielen beider Teams konnte die Gastmannschaft nicht gewinnen. Das letzte torlose Spiel beider Teams fand 1992 statt.

