Es ist endlich geschafft, der Bann gebrochen! Im 9. Anlauf gab es den ersten Pflichtspielsieg gegen die TSG aus Hoffenheim. Borussia gewinnt absolut verdient mit 2:0 und feiert den zweiten Heimsieg in Serie. Durch den Erfolg ist der Anschluss an die Konkurrenten vorerst wieder hergestellt und im Keller rückt alles noch enger zusammen.
Jantschke verteidigt für Levels
Vor lediglich 35.000 Zuschauern veränderte Lucien Favre seine Elf auf mehreren Positionen. Nordtveit und Hanke mussten wegen einer Grippe passen. Die beiden Abräumer vor der Abwehr hießen am Samstag Mittag Marx und Michael Fink.
Reus rückte auf den rechten Flügel, Neustädter spielte etwas vorgezogen vor den beiden Sechsern. Und hinten rechts in der Viererkette kam Tony Jantschke zu seinem Startelf-Debüt in dieser Saison. Logan Bailly meldete sich rechtzeitig fit und konnte nun doch ebenfalls spielen.
Warnschuss durch Arango
Das Spiel begann etwas zäh. Beide Mannschaften waren bemüht Struktur in ihr Aufbauspiel zu bringen was allerdings erfolglos blieb. Frühe Ballverluste und eine äußerst tempoarme erste Hälfte waren folglich das Resultat. Das erste Ausrufezeichen setze Juan Arango, der vom rechten Flügel durch de Camargo schön in Szene gesetzt wurde. Allerdings strich sein Schussversuch flach am langen Pfosten vorbei.
Nach Arangos Versuch passierte zunächst relativ wenig. Es blieb viel Stückwerk, wenig zusammenhängendes und eine Partie auf äußerst überschaubarem Niveau. Die nächste ordentliche Torchance hatte Marco Reus per Distanzschuss. Diesen konnte der gut aufgelegte Tom Starke jedoch um den Pfosten drehen.
Riesenchance für de Camargo
Die mit Abstand beste Gelegenheit bot sich nach gut einer halben Stunde de Camargo. Nach einer Bogenlampe von Daems an den Strafraum verlängerte Michael Fink per Kopf den Ball quer durch den Sechzehner der Gäste und auf einmal tauchte de Camargo völlig freistehend vor Starke auf. Er entschied sich den Ball direkt mit der linken Innenseite zu nehmen und produzierte am Ende einen Aufsetzer, den Starke parieren konnte.
Bereits kurz zuvor hatte der Belgier eine gute Gelegenheit als er den Torwart ein Stück vor seinem Tor stehend wähnte und versuchte nach einem Freistoß den Ball über Starke hinweg zu verlängern. Starke stand aber noch nah genug am Tor und pflückte diesen Ball problemlos.
Die Gladbacher hatten die besseren Chancen in der ersten Halbzeit ließen diese aber ungenutzt, allen voran de Camargo. Und so ging es in einer mäßigen Partie mit eine torlosen Remis in die Pause.
Starker Beginn nach Wiederanpfiff
Nach dem Pausentee spielten die Borussen dann aggressiver und temporeicher und nahmen im Verlaufe der ersten Minuten das Heft vollends in die Hand. In der 47. Minute überwand unsere Nummer 10 Tom Starke, aber bereits zuvor befand sich Vorbereiter Reus im Abseits.
Eine kuriose Szene ereignete sich in der 55. Minute. Nach einem von Reus getretenen Freistoß herrschte Chaos im Hoffenheimer Strafraum. Starke befand sich nach der Flanke ein paar Meter vor seinem Tor und beim Versuch den Ball zu klären schoss Compper Starke an und der Ball trudelte knapp am Pfosten vorbei.
Borussia dominiert
Der VfL machte es grade durch sein frühes Pressing den Gästen schwer ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen was in vielen frühen Ballverlusten mündete. Besonders Marco Reus wirkte in Durchgang zwei wesentlich agiler und stellte durch seine Schnelligkeit die Hoffenheimer Verteidigung ein ums andere Mal vor Probleme.
Um den ersten Treffer zu erzielen benötigten die Borussen zunächst einen Elfmeter. Vorausgegangen war genau das, was Lucien Favre erwartet. Nämlich eine gute Balleroberung im Mittelfeld mit schnellem Umschalten und Spiel in die Spitze. Der Ball gelangte vom Mittelkreis zu Reus. Dieser schaute einmal kurz und spielte einen klasse Pass auf den startenden de Camargo. Starke verlässt sein Tor um noch zu retten was nicht mehr zu retten ist und zieht den Belgier am Trikot bei seinem Versuch den Torwart zu umspielen.
Doppelschlag binnen kürzester Zeit
Den fälligen Strafstoß zitterte Filip Daems gerade so ins Tor. Denn Tom Starke hatte die Ecke geahnt und war sogar mit seinen Fingern noch am Ball. Glücklicherweise konnte er den Ball aber nicht mehr um den Pfosten drehen und somit ging die Borussia hochverdient mit 1:0 in Front durch den dritten Saisontreffer von Kapitän Daems. Knapp fünf Minuten später dann die Entscheidung.
Nach einer schön getretenen Juan Arango-Ecke fühlte sich kein Spieler im Defensivverbund der Gäste zuständig für Igor de Camargo und dieser bedankte sich mit seinem nun schon siebten Treffer in dieser Spielzeit und setzt seinen Aufwärtstrend der Rückrunde somit weiter fort.
Der Belgier war es auch der noch eine weitere gute Chance hatte. Nach dem Reus ihn vom Flügel aus mustergültig bedient hatte, brachte de Camargo aus schätzungsweise elf Metern noch einen platzierten Kopfball aufs Tor. Doch Tom Starke im Kasten der Gäste verhinderte schlimmeres und klärte schließlich zur Ecke.
Verletzter Dante
In der Schlussphase passierte nicht mehr viel. Juan Arango schoss zwei Freistöße aus aussichtsreicher Position in die Mauer und die Borussen brachten ohne große Mühe den nächsten Erfolg unter Lucien Favre nach Hause.
Auch die weiteren offensiven Wechsel von Pezzaiuoli brachten keine wirkliche Gefahr mehr für die gut organisiert wirkende, aber nie wirklich geforderte Defensive der Gastgeber.
Einziger Gefahrenherd war Peniel Mlapa der, unabsichtlich, Dante brutal mit dem Spann im Gesicht traf. Der Brasilianer sackte sofort zu Boden und er blutete heftig aus der Nase, wie seinem Trikot zu entnehmen war. Eine genaue Diagnose steht noch aus, ein Nasenbeinbruch erscheint aber möglich, da Dante selbst über große Schmerzen klagte.
Nach einer kurzen Behandlungspause kehrte er nochmal kurz aufs Feld zurück, wurde aber kurz vor Spielschluss gegen Roel Brouwers ausgetauscht. Der Brasilianer selbst hat sich laut Beteiligten in der Kabine noch selbst die Nase gerichtet.
Fazit
Der Erfolg geht absolut in Ordnung und hätte auch noch höher ausfallen können. Die Gäste aus dem Kraichgau waren erschreckend harmlos und präsentierten sich auch ohne Einfallsreichtum. Die einzig haarige Gelegenheit hatte man in der ersten Halbzeit zu überstehen als Babel den Ball ins Tor drosch, sich aber im Abseits befand.
Dafür Respekt an den Assistenten, denn es war nicht leicht zu erkennen ob Jaissle den Ball wirklich verlängerte. Über die gesamte Spielzeit gesehen war die Borussia nahezu zu jedem Zeitpunkt Herr der Lage und ließ in der Defensive nicht viel zu. Im zweiten Durchgang wurde das Spiel des VfL besser und man setzte die Gäste ordentlich unter Druck. Die Tore waren nur eine Frage der Zeit, da die TSG wirklich erschreckend schwach war und im Spiel nach vorne kaum etwas produktives zustande brachte.
Durch den Sieg der Bremer liegen diese nun sechs Punkte vor uns in der Tabelle und machten ein paar Plätze gut. Und nächste Woche müssen wir in die Hansestadt reisen zum nächsten “Endspiel”. Das verspricht ein spannendes Spiel zu werden in dem wir auf keinen Fall verlieren sollten um weiterhin berechtige Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu wahren.

