• Glücklicher Punktgewinn an der Weser

    Am 26. Spieltag musste die Elf vom Niederrhein nach Bremen reisen. An der Weser sah man die letzten Jahre eigentlich immer ziemlich schlecht aus und doch galt es auch hier wieder zu punkten. Sowohl die Borussen als auch die Werderaner konnten letzte Woche ihre Spiele erfolgreich gestalten und tummeln sich beide im Keller der Liga. Das Spiel stand also vollends unter dem Motto “Abstiegskampf”

     

    Idrissou ersetzt de Camargo

    Personell war Lucien Favre gezwungen die Mannschaft gegenüber dem Heimerfolg gegen Hoffenheim umzustellen. Igor de Camargo, derzeit bester Schütze unserer Borussia, hatte sich im Training verletzt und wird mehrere Wochen pausieren müssen. Für ihn rückte Mo Idrissou ins Sturmzentrum. Ansonsten blieb das Team unverändert. Auch Harvard Nordtveit fand sich zunächst auf der Bank wieder.

     

    Ebenfalls wieder im Kader stand auch Mike Hanke. Der Blondschopf kehrte nach überstandener Bronchitis zurück in die Mannschaft und bot somit eine weiter offenive Alternative für unseren Trainer.

     

    Starker Beginn der Bremer

    Vom Start weg waren die Bremer sofort tonangebend und drückten die Borussen regelrecht in deren Hälfte. Bereits in der dritten Minute gab es die erste große Möglichkeit für die Gastgeber. Mikael Silvestre brachte von der linken Seite eine Flanke herein und fand ca. sieben Meter vor dem Tor den Kopf von Sandro Wagner. Bailly rettete mit einer Glanzparade gegen den völlig freistehenden Wagner und lenkte das Leder an den Pfosten bevor Dante die Situation endgültig bereinigte.

     

    Die Bremer ließen nicht nach und begannen auch schon sehr früh das Aufbauspiel der Gladbacher durch Pressing zu stören. Folglich kamen einige unnötige Ballverluste dabei herum, die es unmöglich machten ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen. Die Gastgeber spielten sich tief in der Hälfte des Gegners fest und kamen immer wieder zu gefährlichen Aktionen. Eine weitere gute Gelegenheit ließ Tim Borowski ungenutzt als er an der Strafraumgrenze freigespielt wurde, den Ball aber weit über das Gehäuse setzte.

     

    Kaum Entlastung

    Die Borussen verstanden es ihrerseits nicht bei eigenem Ballbesitz etwas Struktur ins Spiel zu bringen und taten sich schwer mit dem frühen Pressing der Werderaner, dass immer und immer wieder in Ballverlusten mündete. So fand die Borussia im ersten Durchgang offensiv so gut wie nicht statt und war stets in der Defensive gefordert.

     

    Die Hausherren nutzten aber mehrere gute Gelegenheiten nicht um die Führung zu erzielen, erarbeiteten sich aber im Laufe der ersten Hälfte immer mehr Spielanteile. Somit stand Logan Bailly vermutlich mehr im Mittelpunkt als er es sich erhofft hatte. Zunächst rettete er gut gegen den steil geschickten Bargfrede. Im Anschluss an eine Ecke kam am langen Pfosten Per Mertesacker zum Abschluss setzte den Ball aber am Tor vorbei.

     

    Verdiente Führung

    Nach ungefähr 20 Minuten nahmen sich die Bremer eine kleine Pause und das Spiel plätscherte ein bisschen vor sich hin ehe Bailly wieder in den Fokus geriet. Nachdem sich Pizarro auf links durchtankte flankte er von der Grundlinie in den Strafraum und Bargfrede versuchte sich erneut als Torschütze, scheiterte aber am belgischen Schlussmann der seinen Aufsetzer entschärfen konnte. Aber schl ussendlich kam es wie es kommen musste und die Gastgeber erzielten die verdiente Führung.

     

    Daems verlor im Mittelfeld sowohl den Zweikampf als auch den Ball gegen Torsten Frings. Schiedsrichter Gräfe ließ das Spiel weiterlaufen, obwohl man diese Aktion auch als Foulspiel hätte auslegen können. Frings spielte Pizarro auf dem rechten Flügel an der dann auch noch Thorben Marx ausspielte und eine perfekt getimte Flanke schlug. Wagner hatte sich von Stranzl freigelaufen und nickte zur Führung ein. Keine Abwehrchance für den gut aufgelegten Bailly.

     

    Und mit etwas mehr Pech ist die Borussia zur Halbzeit bereits mit zwei Toren im Hintertreffen. Allein die Latte bewahrte den VfL vor einem höheren Rückstand. Borowski wurde im Strafraum freigespielt und nahm aus spitzem Winkel und halbrechter Position sofort Maß. Der Ball kam zwar aufs kurze Eck aber hier wäre unser Torhüter machtlos gewesen und sah mit an wie der Ball gegen den Querbalken klatschte.

     

    Nordtveit für Marx

    In der Pause reagierte Lucien Favre auf das Geschehen und brachte den Norweger ins Spiel für den schwachen Marx, der nur einen einzigen Zweikampf für sich entscheiden konnte. Die Borussen waren fortan um mehr Kontrolle und Struktur bemüht, konnten aber keine wirkliche Durchschlagskraft entwickeln. Auch die Norddeutschen schränkten jetzt erst einmal ihre Offensivbemühungen ein und das Spiel wurde insgesamt gesehen etwas schwächer. Die Bremer wollten zunächst nicht mehr, die Fohlen konnten nicht.

     

    Offensives Lebenszeichen

    Die erste wirklich nennenswerte Chance erspielten sich die Gäste nach knapp einer Stunde. Marco Reus legte vor dem Strafraum quer auf den anstürmenden Roman Neustädter, der den Ball aber ebenso wie in Durchgang eins Borowski über das Tor schoss. Doch das war es dann auch zuerst einmal mit offensiven Aktionen. Thomas Schaaf brachte Marko Marin und Arnautovic in die Partie. Beide führten auch Regie bei der nächsten Bremer Gelegenheit.

     

    Arnautovic wurde auf die Reise geschickt über die linke Angriffsseite der Hausherren und nutzte den sich bietenden Platz für einen schönen Querpass auf Marin. Dieser nahm den Ball noch einmal mit und schloss aus 16 Metern ab. Seinen Schuss konnte Logan Bailly mit den Fingerspitzen über das Tor befördern und hielt sein Team weiterhin im Spiel.

     

    Gladbach wacht auf

    Nach der Chance von Marko Marin schienen die Borussen endlich aufzuwachen aus ihrer Passivität und fanden in der letzten Viertelstunde besser ins Spiel. Roman Neustädter spielte Marco Reus steil an. Dieser fackelte nicht lange und suchte sofort den Torabschluss.

     

    Tim Wiese lenkte seinen Schuss jedoch über das Tor. Die anschließende Ecke brachte Martin Stranzl aufs Tor, konnte damit aber Tim Wiese vor keinerlei Probleme stellen. Nur eine Minute später war es wieder der Österreicher dem sich eine gute Gelegenheit bot. Nach einer Flanke segelte der Ball durch den gut besuchten Strafraum vor die Füße des Innenverteidigers. Stranzl war aber zu überrascht und jagte das Spielgerät ebenfalls über das Tor.

     

    Der VfL agierte nach der Einwechslung von Herrmann nur noch mit einer Dreierkette und ging volles Risiko. Klar, dass sich den Bremern Konter eröffneten. Arnautovic hatte die Vorentscheidung in der 89. Minute auf dem Fuß als er steil angespielt wurde. Filip Daems versuchte noch zu retten und konnte den Ball mit der Fußspitze noch minimal Richtung Bailly bugsieren. Arnautovic kam trotzdem zum Abschluss und brachte den Ball mit einem Ausfallschritt und der Schuhspitze noch aufs Tor. Doch der Ball kullerte gemächlich am langen Pfosten vorbei. Entscheidung vertagt.

     

    Später Ausgleich

    Bereits in der Nachspielzeit vertändelte Wesley, der sein Comeback feierte, den Ball. Gestört wurde Wesley von dem ebenfalls eingewechselten Hanke der den Ball zu Nordtveit weiter spitzeln konnte. Der Norweger nahm sofort Tempo auf und marschierte über die rechte Bahn ehe er gefoult wurde. Es gab nochmals einen Freistoß aus vielversprechender Position vom rechten Flügel.

     

    Eine Angelegenheit für Juan Arango. Der Venezolaner brachte den Ball mit viel Schnitt an den Fünfmeterraum. Dante lief auf den kurzen Pfosten, konnte sich von Bewacher Prödl lösen und köpfte den Ball schließlich an Tim Wiese vorbei ins Tor.

     

    Fazit

    Ein “dreckiger” Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Die Bremer waren von Beginn an das bessere, aktivere Team und erspielten sich etliche Möglichkeiten. Lediglich dem gut aufgelegten Bailly war es zu verdanken, dass man so lange überhaupt noch im Spiel war. Gerade mit dem frühen Attackieren der Bremer taten sich die Fohlen schwer und schenkten damit in der Vorwärtsbewegung viele Bälle leichtfertig her. Gelungene Offensivaktionen suchte man bei den Borussen lange Zeit vergebens.

     

    Erst in der Schlussphase witterten die Gladbacher ihre Chance auf etwas Zählbares und suchten ihrerseits ihr Heil in der Offensive. Das am Ende ein Punkt herauskam ist, wenn man den Spielverlauf zugrunde legt, äußerst schmeichelhaft. Allerdings wird das uns Gladbachern herzhaft egal sein.

     

    Man bedenke wie gut wie oft in der Hinserie spielten nur um am Ende mit leeren Händen nach Hause zu fahren. Auf dem Papier ist ein Remis und damit letztlich einen Punkt wert. Für den Kopf und die Moral ist dieser eine Punkt aber wahrscheinlich mehr wert und kann noch einmal ganz wichtig sein bei der Mission Klassenerhalt 2011.

     

     

     

     


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