• Der Höhenflug geht weiter!

    Nach dem hoch verdienten Sieg der Gladbacher gegen den ‘Club’ darf man sich, zumindest kurzzeitig, wieder Tabellenführer der deutschen Eliteklasse nennen. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf allerdings nicht gänzlich wider. Der Sieg hätte höher ausfallen können wenn nicht sogar müssen.

     

    Stranzl & Hanke wieder zurück

    Für den verletzten Roel Brouwers (Verletzung am Sitzbein) rückte erstmals in dieser Saison Martin Stranzl in die Startformation und bildete mit Dante die Innenverteidigung. Marx erhielt abermals den Vorzug auf der Doppel Sechs vor Havard Nordtveit und der wiedergenesene Mike Hanke kehrte ebenfalls zurück in die Startelf. Für ihn musste Patrick Herrmann weichen. Reus rückte dafür wieder auf seinen angestammten rechten Flügel zurück. Alles wie gehabt also.

     

    Die Gäste aus Nürnberg agierten in einem 4-5-1 System. Simons spielte auf der Sechs und vor ihm auf den Halbpositionen fingen der junge Mendler und Feulner an. Esswein sollte über die linke Seite kommen, sein Pendant auf rechts hieß Jens Hegeler. Im Tor stand die etatmäßige Nummer drei, Alexander Stephan. Da sowohl Raphael Schäfer als auch Patrick Rakovsky derzeit verletzt sind.

     

    Stürmischer Beginn

    Die Borussia begann sehr offensiv. Nach einem Einwurf von Jantschke spielte Mike Hanke Reus auf dem rechten Flügel frei der die Flanke an den kurzen Pfosten brachte. Allerdings konnte Igor de Camargo den Ball nicht mehr präzise aufs Tor bringen. Im Anschluss an diese Chance passierte zunächst einmal wenig bis gar nichts. Beide Teams legten ihren Fokus vorwiegend auf eine solide Grundordnung und somit passierte in der Folgezeit viel zwischen, aber wenig in den Strafräumen. Die Nürnberger versuchten dabei durch frühes Pressing den Spielaufbau der Borussen zu unterbinden was in der Anfangsphase auch relativ gut gelang.

     

    Die Abwehrreihe der Gäste stand außerdem sehr hoch. Durch das Verengen des Spielfeldes kam es insbesondere in der Anfangsphase zu einigen Ballverlusten auf beiden Seiten. Einen solchen hätte Marco Reus beinahe bestraft. Nach einer verunglückten Befreiungsaktion von Simons fiel der Ball zu Reus, der sofort mit Tempo den Weg in den Strafraum suchte, allerdings links vorbeischob. Nachdem das Spiel zwischenzeitlich vor sich hinplätscherte nahm es nun wieder spürbar an Fahrt auf.

     

    Die nächste Gelegenheit hatte wieder Marco Reus als Hanke ihn halbrechts im Strafraum bediente. Statt zu flanken probierte er Stephan zu überraschen und schloss aus ziemlich spitzem Winkel ab, verfehlt aber das Gehäuse erneut. Nahezu jede gefährliche Aktion wurde vom Nationalspieler in spe initiiert. Zu keinem Zeitpunkt bekam die Defensive der Franken wirklichen Zugriff auf den Tempodribbler. Auffallend war auch, dass die Offensiv der Borussen sehr variabel spielte. Arango,Reus und Hanke tauschten öfters die Positionen. Dann stieß Reus eher in den Sturm vor und Hanke wich auf den freien Flügel aus. Dieses facettenreiche Spiel macht die Offensive weniger berechenbar und sorgte für zusätzliche Unordnung.

     

    Reus, Reus und immer wieder Reus

    Auch die nächste Torchance wurde abermals von der Nummer 11 eingeleitet.  Hanke spielte den Ball auf den rechten Flügel wo Reus Platz hatte. Dieser nahm den Ball an und machte sich instinktiv mit Geschwindigkeit auf gen Strafraum. Diesmal suchte er jedoch nicht selbst den Abschluss sondern legte nach einem feinen Slalomlauf am Straufraum auf Juan Arango ab, der allerdings aus 13m freistehend verzog.

     

    Wenig später hatten die Fans der Borussia den Torschrei wieder auf den Lippen, doch wieder wurde es nichts. Nach einem wunderbaren Diagonalball auf Mike Hanke behauptete dieser den Ball und steckte per Außenrist auf den startenden Reus durch. Dieser spielte einen Doppelpass mit de Camargo und schloss den Angriff mit links aus knapp 17m ab. Der Ball wollte aber auch diesmal nicht ins Tor und rollte gut einen halben Meter am Tor vom bereits geschlagenen Stephan vorbei.

     

    Nürnberg verbessert

    Nach der Pause kamen die Gäste entschlossener aus der Kabine und versuchten nun selbst zu agieren statt zu reagieren. In der Pause nahm Hecking den angeschlagenen Mendler vom Feld und brachte dafür den eher defensiv orientierten Cohen. Die Gäste gestalteten das Spiel nun zwar offener, fanden aber keinen Weg die Defensive der Borussen in Gefahr zu bringen. Einzig gefährlich war ein Distanzschuss von Alexander Esswein den ter Stegen souverän entschärfen konnte.

     

    Nur eine Minute später ergriffen die Hausherren wieder das Kommando und kamen in Person von Neustädter zu einem weiteren gefährlichen Abschluss, der allerdings erneut von Stephan um den Pfosten gelenkt werden konnte. Die nächste Gelegenheit ließ der eingewechselte Bobadilla aus, als er freistehend vor Stephan versuchte ihn zu überlupfen. Aber wieder war der Schlussmann der Nürnberger auf dem Posten und bewahrte sein Team vor dem längst verdienten Rückstand. Vorausgegangen war ein Freistoß der Franken, den Wollscheid seinem Kapitän Simons in die Hacken spielte.

     

    Antritt, Doppelpass, Elfmeter

    Nach einem Pass von Jantschke war Reus an der Seitenlinie nicht zu stoppen, ließ Pinola zum wiederholten Male aussteigen und zog anschließend nach innen. Dort spielte er einen schönen Doppelpass mit de Camargo, drang in den Strafraum ein und wurde von Pinola leicht berührt was ihn aus dem Tritt und Gladbach einen Elfmeter einbrachte. Es handelt sich hierbei aus meiner Sicht einmal mehr um einen “Kann-Elfmeter”. Pinola arbeitet leicht mit dem Arm und bringt den sich im Vollsprint befindenden Reus aus der Balance.

     

    Filip Daems war’s egal. Ball hinlegen, durchatmen, schießen, jubeln. Der zehnte vom Belgier geschossene Elfmeter in der Bundesliga ist zum zehnten Mal versenkt worden. Hecking reagierte natürlich und brachte mit Bunjaku und Eigler zwei frische Offensivkräfte ins Spiel.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    (Quelle: rp-online.de)

     

    Die liebe Chancenverwertung

    Doch auch sie konnten nichts mehr ausrichten. Die Borussen dominierten auch in der letzten Viertelstunde den Gegner nach Belieben und spielte sich beinahe schon in einen Rausch. So war es nach einem simplen Einwurf einmal mehr Marco Reus der die gesamte Defensive überlief und hauchzart das Tor verfehlte. Den offensiven Schlusspunkt setzte, na klar, Marco Reus. Wieder im Zusammenspiel mit de Camargo, der ihn mit einem wunderbaren Steilpass bediente. Doch Reus ließ auch diese Chance ungenutzt und Alexander Stephan konnte auch diesen Schuss parieren und über das Tor lenken.

     

    Ein absolut dominantes und geduldiges Auftreten der Elf vom Niederrhein. Stranzl fügte sich hinten nahtlos ein für den verletzten Roel Brouwers. Marx und Neustädter gefielen erneut als Tandem auf der Doppel Sechs. Vorallem der viel gescholtene Marx überzeugte durch hohes Laufpensum, cleveres Stopfen von Lücken und auch die ein oder andere gute Idee im Spiel nach vorne. In dieser Verfassung wird es schwer für Nordtveit sich den Platz zurückzukämpfen. Arango hatte in der Offensive zwar wenig lichte Momente überzeugte aber vollends durch seine verrichtete Defensivarbeit.

     

    Auch die Außenverteidiger gefielen. Wobei Daems sich mehr in die Offensive einschaltete als Jantschke auf der anderen Seite. Mike Hanke ließ sich immer und immer wieder fallen um in der Defensive zu helfen und um die Bindung im Umschaltverhalten zu gewährleisten. Aber der alles überragende Mann, wenn auch ohne eigenes Tor, war Marco Reus.

     

    In dieser Form sollte auch am Samstag im Breisgau bei den Freiburgern etwas zu holen sein. Bis dahin heißt es weiter “von Spiel zu Spiel denken” und möglichst lange auf der Welle des Erfolgs weiterzusurfen.

     

     

     

     


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